понедельник, 30 апреля 2012 г.

Das Ende der Goldwährung


Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs war zugleich die Epoche der Goldwährung zu Ende. Die meisten National- und Zentralbanken gaben keine Goldmünzen mehr aus für ihre Banknoten. Es begann endgültig das Zeitalter des Papiergelds. Der Spruch „Nur Bares ist Wahres“ machte die Runde, worunter man vor allem Goldstücke verstand. Nach dem Krieg wurde nun Deutschland im Versailler Vertrag eine kaum zu bezahlende Summe als Kriegsschuld auferlegt. Aus dem Zahlungsverkehr
verschwanden zuerst die Silbermünzen, dann die anderen Stücke, schließlich gab es gar kein Metallgeld mehr, sondern nur noch Papiergeld, das immer weniger Wert war. Schließlich kam es zu
einer gigantischen Inflation, die 1923 ihren Höhepunkt fand. Zur Kaiserzeit in Goldmark ersparte Vermögen auf Konten und als Papiergeld waren wertlos, nur die alten Goldstücke, Sachwerte,
Grund und Boden und „harte Devisen“ hatten Bestand.


Schon während des Ersten Weltkriegs gab es überall in Deutschland erheblichen Kleingeldmangel, überall wurde Notgeld in Münz- und Papierform ausgegeben. Diese schweren Jahre bescherten den Sammlern eine Vielzahl von interessanten Münzen und Geldscheinen, doch allein darüber gibt es
umfangreiche Werke und Kataloge.
Einige Städte und Gemeinden entdeckten eine gute Einnahmequelle und druckten „Bildernotgeld“, das gar nicht als Geldersatz, sondern nur für Sammler produziert wurde.
Erst durch Einführung der „Rentenmark“ im November 1923 wurde das deutsche Geldwesen wieder stabilisiert, eine Billion Mark wurde gegen 1 Rentenmark umgetauscht (1 Rentenmark = 100 Rentenpfennig). Gedeckt war diese Währung nicht durch Gold, sondern durch den gesamten deutschen landund forstwirtschaftlichen Besitz. Der Kurs zum Dollar betrug wieder 4,20 Mark. 1924 wurde die Reichsmark zu 100 Reichspfennig als „Goldkernwährung“ eingeführt. Dies bedeutete: nicht mehr an Privatpersonen wurde Gold für präsentierte Banknoten in Münzform auf Verlangen ausgegeben wie bis 1914, sondern nur zwischen den Nationalbanken sollte es fließen, beispielsweise zum Ausgleich von Defiziten in Zahlungsbilanzen.
Doch mit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 werteten die meisten Nationalbanken ihre Währung gegenüber anderen Währungen und dem Gold ab. Zugleich wurde die Einlösungspflicht von Banknoten in Gold praktisch überall in der Welt aufgehoben. Die so genannten „goldenen Zwanziger Jahre“, die nichts mehr mit Goldmünzen zu tun hatten, waren bald vorbei.
Nach Hitlers Machtergreifung wurde bald ein gigantisches Rüstungsprogramm beschlossen, das viel Geld erforderte und durch „Pump“ finanziert wurde. Zugleich wurde der Außenhandel kontrolliert und Devisen streng bewirtschaftet. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, noch vorhandene Goldmünzen der Kaiserzeit gegen Papiergeld abzuliefern. Nach Kriegsausbruch wurden fast alle Waren und Lebensmit-
tel rationiert, und die Bevölkerung spürte so nicht sofort, wie wertlos die Reichsmark schon war.
Erst nach dem Krieg stellte sich heraus, dass das Geld praktisch keinen Wert mehr hatte, weil kein entsprechendes Warenangebot dafür vorhanden war. Schwarzmarkt und Tauschhandel blühten. Als beliebtester Geldersatz fungierten amerikanische Zigaretten. 1948 gab es schließlich eine Währungs-
reform, zuerst in den Westzonen, danach in der Sowjetzone, nachdem sich die Westmächte nicht mit der UdSSR über ein einheitliches Vorgehen in allen Besatzungszonen einigen konnten.
Zwei unterschiedliche Währungen führten schließlich 1949 zu zwei deutschen Staaten. Die neuen Währungen, DM-West und DM-Ost, entstanden also bevor es die Bundesrepublik und die DDR
gab. Und die Mark der DDR verschwand am 30. 6. 1990, sie wurde durch die DM ersetzt, noch bevor auch die DDR mit der Wiedervereinigung am 3. 10. 1990 zu existieren aufhörte.

Der Dollar – gut wie Gold bis 1971

Als das Ende des Zweiten Weltkriegs absehbar war, erlebte das gelbe Metall noch einmal eine Renaissance in der Geldwirtschaft. Unter der Führung der USA wurde 1944 in Bretton Woods über
die Weltwirtschaftsordnung nach Kriegsende beraten. Die Amerikaner hatten einen gigantischen Goldschatz in Fort Knox zusammengetragen und versicherten, dass zukünftig ihre Dollars so gut wie Gold seien. Denn jederzeit würde man internationale Dollarguthaben zu einem Kurs von 35 $ in 1 Feinunze (31,103 g) Gold eintauschen.


Auf dieser Relation zwischen Dollar und Gold beruhte das Weltwährungsgefüge nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit. Gewinner des Weltwährungsabkommens waren in jedem Falle die USA. Ihre „Greenbacks“, so nennt man die US-Dollar-Scheine wegen der grünen Rückseite ihrer Scheine häufig, waren in aller Welt begehrt und lange Zeit tatsächlich so gut wie Gold. Viele Länder verzichteten auf die Bildung eigener Goldschätze und hielten Devisenreserven vorrangig in US-Währung.
Für die Amerikaner war das Abkommen von Bretton Woods von großem Vorteil, denn die Welt akzeptierte die US-Währung wegen der hohen Sicherheit. Doch schon in den siebziger Jahren kam es zu Verwerfungen im Weltwährungsgefüge. Während des Vietnam-Kriegs wuchsen die Staatsschulden Amerikas und das Außenhandelsdefizit nahm bedrohliche Ausmaße an. Am 15. August 1971 erklärte US-Präsident Nixon in einer sonntäglichen Fernsehansprache überraschend, dass die Einlösepflicht
des Dollars aufgehoben sei. Dies war, um es einfach zu formulieren, zugleich der Anfang vom Ende des Goldes im Weltwährungssystem.

Münzfuß, Schrot und Korn


Ziel der Münzprägung war es, genormte Metallmengen in den Verkehr zu geben, und zwar nach einem bestimmten „Münzfuß“. In diesem Zusammenhang soll der Begriff „Münzfuß“ kurz genauer erläutert werden. Er legt fest, wie viel Münzen aus einer bestimmten Menge Edelmetall gefertigt werden sollten.
Auf Münzen des 18./19. Jahrhunderts ist dieser Münzfuß häufig angegeben.
Bei den so genannten „Konventionstalern“ mussten aus einer kölnischen Mark (233,856 g) Feinsilber genau zehn Taler ausgebracht werden. Das wurde in der Form „X EINE FEINE MARK“ auf den Talern vermerkt. Bei Halbtalern stand analog „XX EINE FEINE MARK“.
Auf den preußischen Talern von 1823 bis 1856 finden wir die Inschrift: EIN THALER XIV EINE F. MARK. Dies bedeutet, dass aus einer „feinen“jener bereits erwähnten „kölnischen Mark“, die
233,856 g wog, 14 Taler mit einem Silbergehalt zu je 16,704 g Feinsilber zu schlagen waren. Der preußische Taler war also weit weniger wert als der Konventionstaler.


Der Gehalt an Edelmetall wurde in Münzgesetzen, Mandaten und Vorschriften genau festgelegt. Was das Münzgewicht angeht, so muss man hier noch zwischen Rau- und Feingewicht unterscheiden. Denn es wurden nicht reine Metalle, sondern Legierungen zur Münzprägung eingesetzt, weil diese besser zu verarbeiten und im Umlauf beständiger waren. „Schrot“ war das Raugewicht der Münzen, das „Korn“
kennzeichnete den Feingehalt. Den eigentlichen Geldwert repräsentierte immer nur das Edelmetall, das Feingewicht bestimmte den Wert einer Münze im Handel. Von Schrot und Korn spricht man und meint hier auch das Brutto- und Nettogewicht bei Münzen.
Wer „nach des Reiches Schrot und Korn“ die Münzen prägte, hielt sich an die Münzgesetze. Die Aufwendungen, die für die Herstellung von Münzen notwendig waren, werden bis heute Prägekosten genannt. Der Gewinn, den der Münzherr aus der Geldproduktion zieht, wird als Schlagschatz bezeichnet.

Am Gold hängt alles

Gold und Silber wurden, wie wir erfahren haben, zum eigentlichen Geld. Ein großes Problem für die Münzherren und Kaufleute vergangener Jahrhunderte war es, das Wertverhältnis zwischen beiden Metallen festzulegen, was sich als schwieriges Unterfangen erwies. Wer konnte diesen „ökonomischen Schlüssel“ schon errechnen? Man glaubte lange Zeit, dass das Wertverhältnis etwa 1:15 betragen müsste, doch mit der Entdeckung Amerikas und den großen mexikanischen Silbermengen, die nach Europa kamen, verfiel der Preis des Silbers und der Goldpreis stieg, entsprechend veränderte sich das Wertverhältnis zwischen Gold- und Silbermünzen.


Schließlich machte Gold das Rennen als Währungsmetall. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gingen immer mehr Länder zum so genannten „Goldstandard“ über. Einige Staaten bedienten sich weiterhin des Silbers als Währungsmetall, auch „Bimetallsysteme“ sind bekannt, wo beide Metalle
gleichermaßen gesetzliche Zahlungsmittel waren. In Schweden und Russland wurde im 17. und 18. Jahrhundert auch Kupfer zum Währungsmetall erklärt, aber das 19. Jahrhundert wurde zum Jahrhundert der Goldwährung. Den Anfang bildete 1816 Großbritannien, das Deutsche Reich führte 1873 und die USA 1900 eine Goldumlaufwährung ein. Im Falle Deutschlands galt, dass exakt die Goldmenge von 0,398248 g Feingold einer Mark entsprach. Ein goldenes 20-Mark-Stück wog bei der Prägung „rau“ 7,965 g, und hatte ein Feingewicht von 7,1685 g. Diese Menge an Edelmetall musste enthalten sein. Aus einem Kilogramm Feingold mussten 125,55 Münzen zu 20 Mark geprägt
werden. Nur die Goldmünzen zu 20, 10 und 5 Mark waren seinerzeit „Kurantgeld“, Zahlungsmittel, die jedermann in unbeschränkter Höhe annehmen musste.
Unter Kurantmünzen verstand man ursprünglich vollwertige Silber-Umlaufmünzen, im Gegensatz zu den so genannten „Scheidemünzen“, die man nur bis zu einem bestimmten Betrag annehmen musste. Der Begriff „Kurantgeld“ wurde schließlich ab dem 19. Jahrhundert zum Begriff für vollwertiges Geld mit gesetzlicher Zahlkraft. Ein silbernes 5-Mark-Stück des deutschen Kaiserreichs bestand aus 90 % Silber und wog brutto 27,77 g, enthielt also 25 g reines Silber, doch der Materialwert des Silbers lag unter 5 Mark.
Die Annahmepflicht für diese Scheidemünzen war begrenzt, ebenso wie für die Kupfernickel- und Kupferstücke, deren Materialwert im Vergleich zum „Nenn- oder Nominalwert“ unbedeutend war.
Gleichzeitig erfreuten sich die Banknoten immer größerer Beliebtheit im Zahlungsverkehr, sie wurden auf Verlangen jederzeit bei den Banken in Gold umgetauscht. Ihr Wert beruhte auf Vertrauen in die Golddeckung. Diese Geldscheine anzunehmen, war niemand verpflichtet, ausgenommen die
Ausgabebanken, wie beispielsweise die Reichsbank. Sie ersetzten die kursierenden Goldmünzen. Zugleich waren die Banknoten notwendig zur Erhöhung des Geldvolumens. Im Deutschen Reich
hätte beispielsweise die Summe der vorhandenen Goldmünzen nicht ausgereicht, um eine Jahresernte im Reich zu bezahlen.
Die technische Revolution des 19. Jahrhunderts erforderte große Geldmengen für Investitionen. Vorher unvorstellbar große Summen wurden überall in der Welt als Kredite aufgenommen und vergeben, Jahrhundertbauwerke vollendet. Das Deutsche Reich hatte nach dem Krieg von 1871 gegen Frankreich
5 Milliarden Francs in Gold als Kontribution erhalten, die zu einem enormen Wirtschaftsaufschwung beitrugen. 
Ab 1900 versuchte die Reichsbank zunehmend, die umlaufenden Goldmünzen in ihren Tresoren zu konzentrieren. Längst hatte sich die Bevölkerung an das Papiergeld gewöhnt. Es galt für den Kriegsfall eine beachtliche Goldreserve zu bilden, denn bekanntlich hing alles am Gold, nur für das gelbe Metall konnte man im Ausland Rohstoffe, Lebensmittel und Materialien einkaufen. Die Reichskriegskasse wurde mit Barrenund gemünztem Gold gefüllt.

Der Taler – wichtigste Silbermünze Europas


Den Thaler oder Taler kennen wir aus Märchen und Geschichten und Reimen, wie „Taler, Taler, du musst wandern“. Vielleicht erinnern Sie sich daran, dass unsere Großeltern häufig noch von „einem Taler“ sprachen, wenn sie drei Mark meinten. Die Erklärung hierfür ist recht einfach, bei der Einführung der Mark-Währung 1871 liefen noch über 30 Jahre Talerstücke als 3-Mark-Stücke um. Man rechnete noch lange nach Einführung der Mark-Währung in Talern und nannte die von 1908 bis 1933 geprägten 3-Mark-Stücke weiterhin umgangssprachlich „Taler“. Der Taler war stets eine große Silbermünze, die einem recht großen Geldbetrag entsprach.
Die ersten Talermünzen wurden unter dem Namen Guldengroschen 1486 in Hall in Tirol geprägt. Diese neue Silbermünze entsprach im Wert einem Goldgulden. In großen Mengen wurden diese ersten Großsilbermünzen durch die sächsischen Herzöge ab 1500 als „Klappmützentaler“ (nach der Kopfbe-
deckung auf den Münzen) und ab 1519 / 20 durch die Grafen Schlick im böhmischen Joachimsthal geprägt. Die nach diesem Ort genannten „Joachimsthaler“ (später Taler) gaben dieser großen Silbermünze schließlich im 16. Jahrhundert den allgemein gebräuchlichen Namen, der sich gegen die Bezeichnungen Guldengroschen oder Guldiner durchsetzte. Der Taler wurde schließlich zur beliebtesten Großsilbermünze.


Auf der Basis der Taler entstanden auch kleinere Münzen als „Teilstücke“, wie Halb-, Viertel- und Achteltaler, ebenso wie Zweidritteltaler, um nur Beispiele zu nennen. Doch es gab auch so genannte „Mehrfachtaler“. „Champagnertaler“ nannte man in Preußen Mitte des 19. Jahrhunderts Münzen im Wert von 2 Taler, weil eine Flasche dieses fürstlichen Getränkes seinerzeit so viel kostete und für
Normalbürger eine sündhaft hohe Summe darstellte.
In Braunschweig-Wolfenbüttel entstanden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Mehrfachtaler bis zum 16-TalerStück. Das waren „Münzen“ von einem Gewicht von rund 465 g! Erst seit wenigen Jahren gibt es noch schwerere Münzen, die in Silber, Gold oder Platin im Gewicht von 1 oder sogar 4 Kilogramm hergestellt werden. Lassen wir es bei diesen wenigen Beispielen zu Münzsorten
bewenden. Die Taler erfreuen sich bis heute wegen ihrer Größe und vielfältigen Gestaltung großer Beliebtheit bei den Sammlern. Doch besonders frühe Taler sind leider nicht billig, denn der Großteil dieser Münzen wurde immer wieder eingezogen und diente als Rohstoff für neue Münzprägungen.

Der Dukat – wichtigste Goldmünze Europas

Schließlich noch einige Worte zu einer wichtigen Goldmünze, dem Dukaten. Auch ihm begegnen wir in Märchen, denken wir nur an den „Dukatenesel“. Der Name „Dukat“ leitet sich von der Umschrift einer seit 1284 in Venedig geprägten Goldmünze, dem Zecchino, ab. Eigentlich bedeutet „Ducatus“ Herzogtum, doch als Bezeichnung für diese Goldmünze erhielt der Ausdruck eine völlig neue Bedeutung. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde der Dukat zur wichtigsten Goldmünze in
Deutschland und ganz Europa. Die letzten Dukaten wurden in Deutschland (Hamburg) 1872 geprägt, in Österreich sogar noch bis 1915!
Neben den Dukaten gab es, ähnlich wie beim Taler, unter anderem auch Viertelund halbe Dukaten (als kleinste Goldstücke sogar 1⁄32 Dukaten), aber auch Doppel- und Mehrfachdukaten. Für Repräsentationsgeschenke und Auszeichnungszwecke wurden „Donative“, bis zum zehnfachen Dukat mit prächtigen Darstellungen geschlagen, die heute sehr begehrt und teuer sind. Der Dukat wurde zur beliebtesten Gold- und Welthandelsmünze über Jahrhunderte.
Viel gäbe es noch zu berichten, von Hellern, Batzen, Stübern, Gulden, Pistolen und mehr. Doch wer mehr über Münzsorten und Münzsysteme wissen will, wird nicht umhin kommen, in einem
numismatischen Lexikon nachzusehen, von denen es einige gibt. Im Buch- und Münzhandel kann folgende Lexika erwerben.
Wollen wir uns noch kurz einigen wichtigen Begriffen zuwenden, die natürlich viel ausführlicher in den empfohlenen Lexika oder auch anderen, umfangreichen Münzbüchern beschrieben sind.

Münzen im Mittelalter


Aus numismatischer Sicht beginnt das Mittelalter mit den merowingischen Goldmünzen und den karolingischen Pfennigprägungen und endet mit der Einführung der Guldengroschen (Taler).
Anfangs waren noch viele schon in der Antike eingeführten Münzsorten im Umlauf. Allein über mittelalterliche Münzen Deutschlands und Europas wäre viel zu berichten.
An dieser Stelle soll nur kurz auf eine besondere Münzart dieser Geschichtsperiode eingegangen werden, und zwar auf die „Brakteaten“. Diese Münzen haben heute ihren Namen von lat.
„bractea = dünnes Blech“. Sie bestehen nur aus rasierklingendünnem Silberblech, das einseitig beprägt wurde, was sie sehr zerbrechlich macht.


Das Bestimmen dieser Münzen ist für Anfänger nicht einfach und erfordert nicht nur große numismatische Kenntnisse, sondern auch Fachliteratur. Und „einfache Kataloge“, wie für Münzen
der Neuzeit, gibt es schon wegen der Vielfalt dieser Prägungen nicht. Wir wollen es bei diesen wenigen Bemerkungen bewenden lassen, schon deshalb, weil wohl kaum jemand zuerst Mittelaltermünzen zum Gegenstand seiner Sammlung macht. Wenden wir uns allgemeineren Themen und Münzen der neueren Zeit zu.

Münzsysteme im Wandel der Geschichte

Es gibt unzählige Münztypen und systeme in der Geschichte. Wir rechnen heute in Euro und Cent, 100 Cent entsprechen einem Euro. Der „Cent“ ist ein Hundertstel der „großen Währungseinheit“ Euro. Doch „Cent“ gibt es als Hunderstel des Dollars auch in den USA oder Kanada und anderen Ländern.
Centime nannte sich die kleine Währungseinheit Frankreichs, in Italien lautete sie „Centesimo“, auch die Centavos als Hunderstel sind in lateinamerikanischen Ländern noch im Umlauf. In Bulgarien beispielsweise ist die „Stotinka“ („Sto“ = Hundert ) der 100. Teil des Lew (Löwen) bis heute. All diese Begriffe bedeuten: Hundertstel. Das Dezimalsystem ist jedoch nicht ganz neu, in Russland führte Peter der Große die Unterteilung von 1 Rubel in 100 Kopeken ein. Und von 1871 bis 2001 war in Deutschland die Mark in 100 Pfennige eingeteilt, was jedoch nicht immer so war. Die „Mark“ war einst eine Gewichtsangabe, ähnlich wie das „Pfund“. Umgangssprachlich wird das Pfund bei uns heute noch für ein halbes Kilogramm verwendet. In Großbritannien heißt die Währungseinheit bis heute so (Pound = Pfund). Die Gewichtsmark war seit dem 9. Jahrhundert in Gebrauch, doch ihr Gewicht war territorial recht unterschiedlich. So gab es, um nur wenige Beispiele zu nennen, die Wiener Mark mit 288,644 g, die Krakauer Mark mit 197,98 g oder die Würzburger Mark mit 238,62 g. Die wichtigste Rolle im Münzwesen spielte jedoch die „kölnische Mark“ mit 233,856 g, die bis 1857 das Standardgewicht für Edelmetalle und Münzen wurde.
In Großbritannien wurde das Dezimalsystem erst 1971 eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt galt 1 Pfund = 20 Shillings und der Shilling wiederum war in 12 Pence unterteilt. Ein Penny war also der
240. Teil des Pfunds. Da musste man schon gut im Kopfrechnen sein. Versuchen Sie herauszubekommen, wieviel ein Engländer als Wechselgeld bekam, wenn er eine Pfundnote über den Ladentisch reichte für eine Ware, die 2 Shillings und 6 1⁄2 Pence kostete! Seit 1971 ist das Pfund in 100 Pence unterteilt.
Der Shilling ist als „dritte Währungseinheit“ Großbrittanniens 1971 weggefallen. Seinen Namen hat er übrigens vom lateinischen „Solidus“. Als Name hatte die von den Römern eingeführte Münze in England bis zu jenem Jahr überlebt. Im Mittelalter wurde auch bei uns der Solidus (Schilling) in karolingischer Zeit zur Rechnungsmünze von 12 Pfennig oder 1⁄20 Pfund. Eine „Rechnungsmünze“ war kein Geldstück, sondern nur eine Rechengröße. Erst als ab dem 13. Jahrhundert Groschen zu 12 Pfennig geprägt wurden, gab es den Solidus / Schilling auch als Münze. Als „Silbergroschen“ existierte er bis 1873 z. B. in Preußen und als „Neugroschen“ z. B. in Sachsen.
Der Name Schilling ist uns aber auch von der österreichischen Währung vertraut, die bis 2002 im Umlauf war. Auch dieses Beispiel zeigt, dass viele Währungsbezeichnungen auf historische Münzen oder Gewichtseinheiten zurückzuführen sind.


Mark und Pfennig, Groschen, Taler, Dukaten und mehr

Unsere alte Mark-Währung hat ihren Namen von der bereits erwähnten alten Gewichtseinheit und war bis 2001 in 100 Pfennige unterteilt. Als „richtige Münze“ wurde die Mark aber erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts in den Hansestädten Lübeck, Lüneburg und Hamburg geprägt. Die Mark wurde seinerzeit in 16 Schillinge eingeteilt. Seit dem 17. Jahrhundert rechnete man drei Mark auf einen Reichstaler. Die
Mark als Währung gab es einst auch in Schweden, Dänemark und Norwegen. In Finnland war die Mark Zahlungsmittel von 1864 bis zur Euro-Einführung, die Polen hatten von 1916 bis 1924 eine „Mark“, ebenso wie die Esten von 1922 bis 1926. Seit 2002 gibt es die Mark als Währungseinheit nur noch in Bosnien-Herzegowina, wo sie 1998 als „Konvertibilna Marka“ zu 100 Feninga eingeführt wurde.


Der Pfennig (in mittelalterlichen Urkunden meistens „denarius“ genannt) ist die älteste deutsche Münze, schon seit dem 7. Jahrhundert geprägt, allerdings in sehr wechselnder Gestalt. Die ersten Pfennige wogen etwa 1,2 bis 1,3 g, unter Karl dem Großen rund 1,7 g, und bestanden aus Silber. Sie beherrschten den Geldumlauf bis ins 13. Jahrhundert und wurden ab dem 17. Jahrhundert zu Kupfermünzen. Seit Karl dem Großen gingen immer 240 Pfennige auf ein Pfund, das blieb, wie wir wissen, in Großbritannien so bis 1971. Auf einigen deutschen Münzen finden wir übrigens manchmal auch die ungewöhnliche Schreibweise „Pfennich“ oder „Phenning“.
In Berlin und Umland wurde bis zur Euro-Einführung häufig von „Groschen“ gesprochen, wenn man ein 10-Pfennig-Stück meinte. Und das 5-Pfennig-Stück nannte man gar „Sechser“. Doch wohl kaum ein Berliner, der diesen alten Münznamen benutzte, hätte diesen erklären können. In Preußen waren 30 Silbergroschen einst ein Taler = später 3 Mark. Und 1⁄10 Mark, also 10 Pfennige blieben eben „een Groschen“, bis zum Jahr 2002! Noch interessanter ist die Antwort auf die Frage, warum man das
5-Pfennig-Stück „Sechser“ nannte. Der Begriff stammt ebenfalls aus jenen alten Tagen, als eben der „halbe Groschen“ („Silbergroschen“) exakt 6 Pfenigen entsprach und der Groschen in 12 Pfennige eingeteilt war. 
Der Groschen war einst eine ganz wichtige Münze. Seinen Namen hat er aus dem Lateinischen von „grossus denarius“ (dicker Pfennig). Nach seinem Vorbild wurden um 1300 in Böhmen die Prager
und später ab 1338 in Sachsen und Thüringen die Meißner Groschen geprägt. Im Rheinland war der Weißpfennig (lateinisch „denarius albus“ seit der Mitte des 14. Jahrhunderts eine wichtige Groschenmünze. Die Groschen beeinflussten das ganze mitteleuropäische Münzwesen, sodass sie, eingeteilt in 12 Pfennige, zu einer der wichtigsten Handelsmünzen wurden.
Wollen wir uns also nur noch zwei sehr wichtigen Münzsorten zuwenden, die dem Leser zumindest dem Namen nach vertraut sind: Taler und Dukat.

Ein wenig zur Geldgeschichte


Zu den Themen Geldgeschichte, Währung und Münzen wurden schon viele Bücher geschrieben, sie füllen ganze Bibliotheken. Es ist schlicht unmöglich, zu diesem Thema alles, was wichtig und interessant ist, auf ein paar Seiten zusammenzufassen. Wie schon in der Einleitung erwähnt, soll zunächst nur das Interesse des Lesers für das Münzensammeln geweckt werden. Er soll nicht sofort mit Fachbegriffen und komplizierten Erläuterungen zu Münzsystemen überhäuft werden.
Handel und Wandel Daher nur eine ganz kurze Einführung in die Geschichte des Geldes und der
Münzen.
Schon in „grauer Vorzeit“ gab es die Arbeitsteilung, man tauschte Ware gegen Ware oder Dienstleistungen. Felle wurden gegen Töpfe, Vieh gegen Saatgut, Waffen gegen Salz getauscht, um nur einige Beispiele zu nennen. Gegenstände, die man selbst in ausreichender Zahl besaß, konnte man gegen andere Dinge eintauschen, sie wurden zur Ware.
Geld in Münzform als allgemein anerkanntes Tauschmittel entstand erst später. Vieh war als  Tauschobjekt sehr begehrt, das lateinische Wort „pecunia“ bedeutet Vieh. Noch heute wird „pekuniär“ das genannt, was mit Geld zu tun hat. Im Sanskrit bedeutet „rupa“ die Herde, hiervon ist die indische
Währungsbezeichnung „Rupie“ abgeleitet. Wer viel Vieh, also eine große Herde besaß, war reich. Doch Vieh konnte krank werden und sterben, auch konnte man lebende Tiere nicht zur Schatzbildung verwenden. Andere beliebte Tauschmittel waren beispielsweise Felle, Salz und gepresste Teebarren. Auch Edelsteine und Perlen erfüllten Geldfunktion in einigen Kulturen. Die Germanen kannten Ringgeld, und riesige Steine waren auf der KarolinenInsel Yap im Gebrauch. Von Ostasien bis
Afrika waren die Gehäuse der KauriSchnecken uraltes Zahlungsmittel, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Metalle machen das Rennen

Besonders gut als allgemeines Tauschmittel eigneten sich Gebrauchsgegenstände aus Metall, wie Messer, Spaten, Waffen oder Äxte. Doch bald gab es Messer, mit denen man kaum noch schneiden, Waffen, mit denen man nicht kämpfen konnte. Sie wurden nicht mehr als Gebrauchsgegenstände,
sondern nur für den Tausch, als Geld an sich produziert. Solche „Kümmerformen“ von Gerätegeld, wie beispielsweise Spaten- und Messergeld, gab es in China schon seit dem 7. Jahrhundert v. Chr.


 Man bezeichnet sie auch als „vormünzliches“ Geld. Sie waren übrigens noch lange Zeit neben Münzen im Umlauf. Metalle sind im Gegensatz zu Vieh nicht sterblich und können nicht verderben, wie Wein oder Getreide, sie verändern sich über Jahrhunderte meist nicht. Als Universaltauschmittel setzten sich schließlich Metalle durch, besonders die edlen, also Gold und Silber.

Vom Barren zur Münze

Die Gewinnung von Metallen aus Erz setzte schon eine Menge an technischem Wissen voraus. Bronze beispielsweise als Legierung von Kupfer und Zinn gab einer ganzen Geschichtsepoche ihren Namen. Gold und Silber erfreuten sich größter Beliebtheit als Tauschmittel, sie kamen gediegen in der Natur vor und wurden auch wegen ihres Aussehens sehr geschätzt. Zugleich waren sie „edel“, weil sie selten,
aber auch sehr beständig gegen Umwelteinflüsse waren. Trotz ihrer relativen Härte waren sie verformbar und konnten zu Schmuck, Bechern und Schalen verarbeitet werden.
In der Frühgeschichte des Geldes wurden Gold und Silberstücke, so wie man sie gefunden hatte, zum Tausch eingesetzt. Später wurden Barren und Stäbe aus ihnen gegossen. Je nach Bedarf konnte man von ihnen ein Stückchen „abhacken“, um damit zu bezahlen. So ist der Währungsname Rubel auf das
russische Wort „rubit“ (abschlagen, abhacken) zurückzuführen.
Vermutlich entstanden die ersten Münzen im 7. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien. Man fertigte sie aus Elektron, einer natürlich vorkommenden SilberGold-Legierung. Auf ihnen wurde der Löwe als Symbol der Lyderkönige dargestellt. Dem sprichwörtlich reichen Kroisos, König der Lyder, wurden die ersten Goldmünzen zugesprochen.
Möglich ist, dass es zur gleichen Zeit auch schon in China Münzen gab.


Münzkunst in der Antike 

Im antiken Griechenland wurden ursprünglich Bratspieße (Obeliskos) als Gerätegeld eingesetzt. Aus ihnen wurden dann Münzen, die Obole. Weil man sechs dieser Obeliskoi mit der Hand fassen konnte, ergaben sechs Obole eine Drachme (abgeleitet vom Wort „fassen“). Die „Drachme“ als Währungseinheit der Griechen bis zur Einführung des Euro ist davon abgeleitet. Im antiken Griechenland wurden einmalig schöne Münzen geprägt, die man wahrlich als Kunstwerke ansehen kann.
Bei den Sammlern besonders beliebt und begehrt sind die Tetradrachmen von Athen. Sie zeigen vorderseitig den Kopf der Athena und rückseitig eine Eule mit Ölzweig und Halbmond. Diese
Stücke wurden vom 6. Jh. v. Chr. bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. hinein geprägt.
Häufig findet man den Ausspruch, dass es sinnlos sei, „Eulen nach Athen“ zu tragen, um zum Ausdruck zu bringen, dass etwas überflüssig sei. Doch unter „Eulen“ verstand man nicht die leben-
digen Raubvögel, sondern jene Tetradrachmen mit Abbildung des Vogels, von denen es mehr als genug im reichen Athen gegeben haben soll.
Eine solche „Eulenmünze“ kann man mit etwas Glück heute im eigenen Portmonee finden, denn Griechenland hat sie als Motiv für die nationale Seite der 1-Euro-Stücke gewählt.
Die Römer gründeten ein Imperium und schufen zugleich ein Währungssystem, aus dem einige Elemente Bestand bis in die Neuzeit hatten. Einige Münzsorten der Römer, wie Denare oder Solidi, sind in späteren Währungs- und Münzsystemen als Rechnungseinheiten oder Münzsorten wieder zu finden. Zugleich waren die Römer meisterhafte Münztechniker. Die Stücke, die vor mehr als
2000 Jahren geprägt wurden, sind technisch vortrefflich gelungen, obwohl nur mit vergleichsweise bescheidenen technischen Möglichkeiten geprägt. Sie faszinieren die Sammler bis heute.
Der Begriff Münze hat seine sprachliche Wurzel im lateinischen Wort „moneta“.
Die erste römische Münzstätte soll sich beim Tempel der Göttin Juno Moneta befunden haben. Sprachlich verwandt ist mit diesem Wort auch das englische „money“ = Geld. Im Polnischen heißt
die Münze unverändert „moneta“, auch in anderen Sprachen finden wir den lateinischen Wortstamm wieder. Auf römischen Münzen finden wir viele interessante Abbildungen. Durch sie wissen wir heute beispielsweise, wie bedeutende Herrscher ausgesehen haben.